Schmollend im Urlaub, 1987

Schmollend im Urlaub, 1987

 Limettenfarm, Wyomings, Australien, 2012

Limettenfarm, Wyomings, Australien, 2012

 Limettenfarm, Wyomings, Australien, 2012

Limettenfarm, Wyomings, Australien, 2012

 Gardasee, 2016 

Gardasee, 2016 

Maria Stiehler

geb. 24.12.1981

 

Erst neulich haben meine Geschwister und ich uns durch unzählige Familienbilder gewühlt, um daraus ein Album für meine Eltern zu ihrem 40. Hochzeitstag zu gestalten - mit Schwarz-Weiß-Fotografien, die älter sind als ich selbst.

Ich musste über sehr viele Bilder schmunzeln. An einige Situationen aus meiner Kindheit konnte ich mich sogar noch gut erinnern. Meine Mama erinnert sich an fast jede und meinte z.B.: "Das Bild von dem Urlaub, als du geschmollt hast, habt ihr nicht gefunden?"...

Warum ich das hier erzähle? Weil ich gelernt habe, dass wir mit Bildern, ganz ähnlich wie mit Musik, in der Lage sind, das Erlebte erneut zu fühlen. Wir verbinden damit ein Gefühl von einem Moment unseres Lebens. Das ist, was mich an der Fotografie so sehr fasziniert. Genau das ist zu meinem Anspruch geworden: Dass sich eure Kids in 10 oder 20 Jahren die Bilder anschauen und sagen: "Ach, stimmt, daran kann ich mich noch erinnern. Das war wirklich schön." Denn ich weiß darum, wie einzigartig die vielen Momente in einem Familienleben sind – und möchte sie für immer festhalten.

Schon als Kind war ich absolut begeistert, wenn mein Papa in der Dunkelkammer aus den Negativen Abzüge machte. Ich habe ihn dabei beobachtet, wie er in die vielen Wannen Entwicklerlösung gab und langsam ein Bild erschien, das uns z.B. im Urlaub auf einem Steg zeigte. Ich denke noch heut sehr gern an diese Situationen zurück: was dann Abends in der Dunkelkammer geschah, setzte den Grundstein für meine Faszination, seither lässt mich die Fotografie nicht mehr los

Später studierte ich Soziologie mit Nebenfach Psychologie an der Universität Leipzig und arbeitete drei Jahre in einem renommierten Unternehmen. Ich entschied schließlich, mir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Ich flog nach Australien und besuchte eine Freundin in Sydney und wanderte mit meinem Rucksack durch halb Australien – meine Kamera immer dabei. Ich fotografierte Landschaften und Menschen, hielt Situationen fest, die das Leben dort widerspiegeln.

Um mir ein wenig Geld zu verdienen, arbeitete ich auf einer Farm in mitten von Australien. Limetten pflücken und nachdenken. Den ganzen Tag lang. So fiel mein Entschluss: Ich möchte meine Fotografie weiter bringen. Ich begann, Familien zu fotografieren.

Schaut doch mal auf www.mariastiehler.de vorbei, um euch ein Bild von den Projekten zu machen, auf die ich mich nebenher konzentriere.